Ein Unternehmen mit der besten Freundin führen – Einblick in Olivia’s Box

OliviasBox_Interview

Olivia’s Box ist ein junges, energiereiches Start Up mit dem Ziel, Kindern das ultimative Spielerlebnis zu bieten ohne jedoch Unmengen an Spielsachen zu vergeuden. Das Konzept dahinter ist sowohl simpel als auch clever. Eltern können für ihre Sprösslinge Spielsachen jeglicher Art mieten und erhalten diese per Post zugestellt. Der Clou an der ganzen Sache ist, dass man die Spielsachen, sobald die Kleinen kein Interesse mehr daran haben, wieder an Olivia’s Box retournieren und eine neue Spielsachenkiste zusammenstellen kann.

Die Anfänge von Olivia’s Box sind in den Sommer 2016 zurück zu führen, als die Website inklusive Onlineshop aufgebaut wurde. Wie die beiden Freundinnen überhaupt auf diese Geschäftsidee gekommen sind, ist eigentlich ganz einfach. Beide sind Mütter von kleinen Kindern und wissen nur zu gut wie es ist, wenn man zuhause viel zu viele Spielsachen rumliegen hat, die den Nachwuchs gar nicht oder nur für kurze Zeit interessieren. Sie suchten daher nach einer umsetzbaren und einfachen Lösung für dieses Problem.  Zuerst nur für sich selbst – später auch für andere Familien.

Die Gründerinnen Tamara und Wendy haben jedoch schnell festgestellt, dass ein Business aufzubauen kein Leichtes ist. Vor allem dann nicht, wenn man nebst den Kindern noch einen Vollzeitjob hat. Wir haben uns mit den zwei Freundinnen getroffen und wollten von ihnen wissen wie es ist, ein Start Up mit der besten Freundin zu gründen und dieses auch erfolgreich zu führen:

 

Wie teilt ihr eure Arbeit bei Olivia’s Box auf, wer macht was?

Olivia’s Box: Jede macht das, was sie am besten kann und wobei sie am meisten Freude hat. Das Schöne ist, dass wir uns gegenseitig ergänzen und unterstützen. Das erleichtert vieles und auch der Spass kommt dabei nicht zu kurz. Auch wenn wir nie eine klare Arbeitsaufteilung gemacht haben, im Alltag teilt sich die Arbeit von alleine auf und mit der Zeit sind wir in unsere Rollen hineingerutscht.

Wie ist es, mit seiner besten Freundin zusammen zu arbeiten?

Olivia’s Box: Super –  ein grosser Vorteil ist, dass man sich nichts vormachen muss. Man kennt sich bereits und muss nicht noch erst seinen Platz erkämpfen oder sich beweisen, wie das bei einigen Arbeitsstellen der Fall ist. Das erleichtert die Zusammenarbeit enorm und trägt auch zur lockeren und guten Stimmung bei. Nichtsdestotrotz haben auch wir klare Abmachungen miteinander getroffen. Diese regeln das Vorgehen, wenn es schlussendlich doch nicht klappen sollte. Ebenso haben wir greifbare und realistische Ziele. Wir denken, dass genau diese Punkte wichtig für das Bestehen und den Erfolg der Firma sind. Was für uns jedoch immer im Vordergrund stehen wird und was für uns das Wichtigste ist, ist unsere Freundschaft. Diese darf nie, egal was mit Oliva’s Box passiert, darunter leiden oder dabei zerbrechen.

Was wären mögliche Streitpunkte?

Olivia’s Box: Zum Glück ist es noch nicht dazu gekommen, dass wir uns verkracht haben. Wir sehen eigentlich auch keine Punkte, bei denen es kritisch werden könnte. Denn genau hierfür haben wir auch unsere Abmachungen getroffen. Zudem schätzen wir die Situation sehr realistisch ein und auch unsere Erwartungen und Ziele decken sich gut, somit ist das Risiko eines Streites sehr gering.

Habt ihr schon einmal daran gedacht, Olivia’s Box zu eurem Vollzeitjob zu machen?

Olivia’s Box: Natürlich, das wäre das ultimative Ziel, nur noch für Olivia’s Box zu arbeiten und davon leben zu können. Hiervon sind wir jedoch noch weit entfernt. Aber wie bei anderen auch ist das unser oberstes Ziel und ein Traum, für den wir weiter hart arbeiten. Wir müssten auf jeden Fall mehr Zeit investieren und unser Budget aufstocken, um zum Beispiel unsere Marketingaktivitäten zu erweitern. Das würde uns einen gewaltigen Schritt weiterbringen.

Welchen Herausforderungen seht ihr euch gegenübergestellt?

Olivia’s Box: Es ist vor allem Zeit, die wir nicht haben. Nebst dem Muttersein, dem Vollzeitjob auch noch das eigene Business zu betreiben ist extrem zeitaufwändig. Es ist daher immer ein Wettlauf und wir versuchen so gut wie nur möglich alles unter einen Hut zu bekommen. Wir haben zahlreiche Ideen aber leider fehlt uns oft einfach die Zeit, um diese auch umzusetzen. Aber auch das ist ein Punkt, über den wir uns im Vornherein unterhalten haben und eine klare Abmachung getroffen haben. Es war unsere Entscheidung, wie viel Zeit wir in das eigene Start Up investieren können. Auch wenn wir dadurch nicht so schnell wachsen können, wie wir das gerne hätten, ermöglicht uns diese Situation wiederum step by step voranzukommen ohne überrannt zu werden.

Aus heutiger Sicht betrachtet, was hättet ihr anders gemacht?

Olivia’s Box: Da gibt es einiges… Zum einen wäre da sicherlich der Website-Aufbau und alles was damit zusammenhängt. Wir hatten eigentlich keine Ahnung, was, wie, wo, lediglich unsere Vorstellung wie es einmal aussehen sollte. Wir haben deshalb auch Investitionen getätigt, die eigentlich hätten vermieden werden können. Nichts-destotrotz haben wir daraus auch viele wertvolle Learnings gewonnen, die uns weitergebracht haben. Natürlich sieht es im Nachhinein immer anders aus, wir sind jedoch davon überzeugt, dass genau diese Erfahrungen die Firma und auch uns selbst weitergebracht haben.
Eine weitere Herausforderung die uns immer begleitet ist sicherlich auch, dass wir von anderen abhängig sind, sprich die Hilfe anderer benötigen, jedoch nicht immer klar wissen, wie diese Unterstützung aussehen soll. Daher gibt es auch hier Punkte die wir nun anders angehen würden

Wie sieht die Zukunft von Olivia’s Box aus?

Olivia’s Box: Weiterwachsen, weiter lernen und den Spass und die Motivation nicht verlieren. Das sind unsere Ziele für die Zukunft und wir denken, dass wir diese auch erreichen werden. Denn es hat sich in den letzten zwei Jahren gezeigt, dass egal was passiert, wir uns gegenseitig unterstützen sowie aufbauen und motivieren können –  eben auch ein wertvoller Aspekt, wenn man mit der besten Freundin zusammenarbeitet.