CCV Exchange Roundtable: Umwelt

Das Thema Umwelt wird gerade sehr heiss diskutiert. Klimaschutz interessiert und polarisiert. Doch solange kein Umdenken stattfindet und die Gier nach Mehr der Antrieb unserer Gesellschaft bleibt, wird sich nicht viel ändern. Ideen und Ansätze gibt es aber viele.

 

Sind Elektroautos Teil des Problems oder der Lösung?

Mit dieser Frage startet das Roundtable-Gespräch. Die Firma von Christoph Erni entwickelt und verkauft Ladestationen für Elektroautos und hat dafür eine Lösung auf den Markt gebracht, die den benötigten Strom bei einem nachhaltigen Wasserkraftwerk reserviert. So stelle man sicher, dass kein günstig aus dem Ausland eingekaufter Strom verwendet wird. In seinen Augen hat die Schweiz hier grossen Nachholbedarf. Der mit Sonnen- und Wasserenergie erzeugte Überschuss müsste besser gespeichert werden, um somit den Einkauf von dreckigem Strom aus Kohlekraftwerken zu vermeiden. Die Konsumenten wären laut Umfragen auch bereit, mehr für das Kilowatt zu bezahlen. Bei ihnen habe das Umdenken, im Gegensatz zu den grossen Stromanbietern, schon stattgefunden.

 

Nicht alle Sozialschichten können sich Bio leisten

Hier meldet sich Michèle Gorski von Valora zu Wort und weist darauf hin, dass dieser Mehrpreis für den Strom vor allem von der Mittel- und Oberschicht bezahlt werden kann. Die grosse Masse leiste sich beispielsweise auch keine biologischen Produkte. Hier stellt sich die Runde die Frage, ob die finanziellen Ressourcen von den Konsumenten eventuell falsch eingesetzt werden. Laut dem Agronomen und Geschäftsleiter des Floristenverbandes Urs Meier, wurden noch vor ein paar Jahren 20% des Einkommens für Ernährungsprodukte verwendet, heute liege man da noch bei rund 9%.

 

Es braucht ein Umdenken und finanziell starke Leader

Nachhaltigkeit beginnt bereits beim Verhalten, meint Gorski weiter. Sie stellt sich die Frage ob wir überhaupt ein Auto brauchen. Laut Erni machen heute viele jungen Leute den Führerschein gar nicht mehr, er verweist zu diesem Thema auf das Buch von Dr. Mario Herger «Der letzte Führerscheinneuling: ... ist bereits geboren». Der Kalifornier geht in diesem Buch davon aus, dass wir in Zukunft nicht mehr selber fahren, sondern gefahren werden oder eine andere Form des ÖV nutzen. So werde Transport für eine breite Schicht erschwinglich, es brauche dazu aber zwingend finanziell starke Leader, die Trends vorantreiben können.

 

Verbote und Regelungen sind in diesem Falle gut

In Schweden werden Benzinautos ab 2030 verboten. Auch die Schweiz denkt über ähnliche Regelungen nach und diskutiert aktuell ein Verbot für Ölheizungen. Abgaben auf Flugtickets begrüsst die Runde und möchte Ferien in der Schweiz fördern. Allgemein sei «Overtourism» ein ernstzunehmendes Problem unserer Zeit, das mit mehr Eingrenzungen kontrolliert werden sollte. Hier stellt sich die Frage, ob sich exklusive Reisen und Nachhaltigkeit ausschliessen oder ob die Nachhaltigkeit sogar ein Verkaufsargument sein kann. Roger Büschlen von Exclusive Adventure sieht die Schwierigkeit darin, dass es noch keine alternativen Transportmittel gibt, die ähnlich wenig Zeit benötigen wie Flugzeuge und Helikopter. Doch Nachhaltigkeit ist für sie als Firma insofern ein grosses Thema, als sie versuchen die Ressourcen vor Ort zu schonen und zum Beispiel auf Glasflaschen statt PET setzen.

 

Angst vor Shitstorm beim Fliegen

In Bezug auf das Fliegen habe sich die Wahrnehmung stark verändert und dies in sehr kurzer Zeit, wie Dominic Lachat von Nexgen AG anmerkt. Auch erste Kunden von Roger Büschlen hätten bereits so etwas wie Flugscham entwickelt und meiden Events im Ausland – auch aus Angst vor einem sogenannten Shitstorm in den sozialen Medien. Für andere Kunden stehe aber immer noch das Erlebnis im Vordergrund, diese mache man jeweils aktiv auf die Klimathematik aufmerksam. Kompensationszahlungen für nachhaltige Projekte sind hier ein Ansatz.

 

Wann ist ein Unternehmen nachhaltig

Ob die Kundschaft von Valora, mit ihren vielen Standorten an Bahnhöfen, nachhaltiger ist als andere, ist unklar. Denn wer pendelt tut dies auch aus Bequemlichkeit, und kein Auto zu haben, heisst nicht unbedingt ökologisch zu denken. Auf die Frage, wann ein Unternehmen nachhaltig ist, haben die Teilnehmenden keine abschliessende Antwort. Bei der Beurteilung gebe es nicht nur schwarz oder weiss, sondern verschiedene Abstufungen. Eine Möglichkeit nachhaltiger zu werden ist laut Dominic Lachat, die Investition in langlebige und energieschonende Produkte zu tätigen, sowie Bestehendes zu reparieren. Man dürfe nicht nur die Anschaffungskosten und das aktuelle Budget im Fokus haben, denn teure Produkte seien langfristig oft günstiger. Die Schweiz als Premium-Markt könne sich diese ja leisten, meint Michèle Mondini von Samsung und betont dabei die Wichtigkeit einer nachhaltigen Wertschöpfungskette. Auch Recycling ist für den Elektronikhersteller ein wichtiges Thema, das jedoch noch ausgebaut werden könne.

 

Die Schlussbemerkung dieser dynamischen Runde passt perfekt zu CCV. Pro Tag landet nämlich zusammengerechnet ein Flieger voll mit Fremdwährungen in Zürich, welche zusammen mit dem inländischen Bargeld noch weitertransportiert, umgelagert und gepflegt werden müssen. Eine Zukunft mit ausschliesslich elektronischer Zahlungsabwicklung wäre mit Sicherheit ein nachhaltiger Ansatz.

CCV Exchange Roundtable Teilnehmer

Gabler

Desarzens

Erni

Büschlen

Gorski

Lachat

Meier

Mondini

Beat

Philippe

Christoph

Roger

Michèle

Dominic

Urs

Michèle

CCV Schweiz

CCV Schweiz

Juice Technology AG

Exclusive Adventure

Valora Holding AG

Nexgen AG

Schweizer Floristenverband

Samsung Electronics Switzerland GmbH

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CCV Schweiz AG
Feldeggstrasse 5
8152 Glattbrugg
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Hansruedi Nef
Head Sales & Marketing
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