Harte Kerle mit weichem Herz

Love Ride

Schwere Maschinen und Lederjacken so weit das Auge reicht. Benzin liegt in der Luft und die Bands rocken die Bühne. Bruno Leutwyler nimmt uns mit auf eine Spritztour und verrät im persönlichen Interview, wie der Love Ride nicht nur Biker-Herzen höher schlagen lässt.

Bruno (das Du hat er uns von Beginn weg angeboten) was kannst du Menschen über den Love Ride erzählen, die noch nie davon gehört haben?

Der Love Ride fand vor 27 Jahren den Weg aus der USA in die Schweiz. Seit dann treffen sich jedes Jahr im Frühling eine Horde Motorrad-Fans zu einer ganz speziellen Ausfahrt. Dabei spielen die schönen und schnellen Maschinen aber nicht die Hauptrolle sondern sind eher Mittel zum Zweck. Denn tatsächlich geht es darum Menschen mit Behinderung ein unvergessliches Erlebnis zu ermöglichen.
Der Love Ride schafft Aufmerksamkeit für Muskelkrankheiten und unterstützt Organisation und Menschen, die dadurch eingeschränkt sind.

Was heisst das, wie kommt die Hilfe an?

Im Zentrum des Love Rides stehen natürlich die Menschen mit Behinderung. Meist sind sie auf einen Rollstuhl und Hilfe angewiesen. Auch dieses Jahr konnten wir über 160 Menschen eine Mitfahrgelegenheit bieten. Für einen unvergesslichen Moment einfach den Rollstuhl mit dem Sozius eines Trikes oder Seitenwagengespanns tauschen und im Tross mit hunderten Maschinen durchs Land brausen. Ein einzigartiges Erlebnis für alle.

Rund um den Love-Ride sammeln wir natürlich auch Geld. Mit den Spenden ermöglichen wir unter anderem die Finanzierung eines der jährlichen Sommerferienlagers. Darüber hinaus arbeiten wir mit zertifizierten Partnerorganisationen zusammen. Mit diesen finden wir Menschen, die in Ihrer Mobilität eingeschränkt sind und unterstützen sie mit Beiträgen. Sei es für einen speziellen Rollstuhl, ein Generalabonnement der SBB oder sonst etwas, das den Menschen und Angehörigen wieder etwas mehr Freiheit gibt.

Dieser Jahr war das Wetter ja besonders grauslig. Hat das starke Auswirkungen auf den Erfolg und die Spendensumme?

Ja, und wie! Dieses Jahr hat es in der Nacht zum Sonntag sogar geschneit. Bei solchen Wetterverhältnissen die Menschen auf die Strasse und das Festgelände zu bringen, ist verständlicherweise schwierig. An schönen Tagen erwarten wir bis zu 10’000 Besucher. Dieses Jahr waren es gerade mal 2’200. Unsere Finanzen sind absolut Transparent. In einem guten Jahr kommen CHF 200’000 bis 400’000 Spendengelder zusammen. Dieses Jahr rechnen wir mit weniger als 100’000. Das ist bitter.

Welche Konsequenzen hat das?

Als Eintages-Anlass sind wir extrem auf den einen Sonntag angewiesen. So sind unsere Anstrengungen für Spendenaufrufe nach dem Anlass umso höher. Damit steht auch die Finanzierung des Sommerferienlagers auf dem Spiel.

Glücklicherweise wird die Organisation des Love Rides nicht von den Spendengeldern getragen. Der ganze Anlass wird durch Sponsoren und Partnern finanziert. Die unzähligen Helfer und das Organisations-Kommitee arbeiten alle Ehrenamtlich. Das heisst, alle gespendeten Gelder gehen einzig an einen guten Zweck.

Wir hoffen, dass wir die Menschen auch nach dem Love Ride noch erreichen.

Das ist bestimmt nicht einfach. Wie verschafft ihr euch da Gehör?

Ja, das ist tatsächlich so. Dazu gehören natürlich klassische aber auch soziale Medien. Mit Newslettern und über die Webseite versuchen wir das ganze Jahr darüber zu berichten, wie die Hilfe ankommt. Die Menschen sollen erfahren und wissen, was sie mit ihrer Hilfe bewirken.

Und manchmal muss man auch Neues ausprobieren. Aktuell arbeiten wir an einem eigenen Love Ride-Song. Mit Rockgrössen wie Krokus-Frontmann Marc Storace oder Marc Lynn von Gotthard am Bass geht es bald ins Studio. Der Song soll die Story und Gedanken des Love Rides über das ganze Jahr in die Welt heraustragen.

Kannst du etwas über das Engagement von CCV als Sponsor sagen?

Bis Anhin war der Festbetrieb von Bargeld abhängig. Als Eintages-Anlass ist es fast unmöglich Zahlterminals für die Kartenzahlung zu beschaffen – das war bisher viel zu teuer und kompliziert. CCV hat uns für den Anlass ein halbes Dutzend mobile Geräte zur Verfügung gestellt. So konnten wir an allen Kassen Terminals platzieren und auch die Zahlung mit Karten akzeptieren. Das hilft uns als Organisatoren ungemein und ist für die Besucher ebenfalls viel bequemer.

bruno-leutwyler

Bruno Leutwyler , Love Ride Switzerland

"Durch die mobilen Terminals von CCV konnten wir auch Kartenzahlungen akzeptieren."