Weil Kaffee nicht einfach Kaffee ist

Mame coffee

Kürzlich holte sich Emi Fukahori den Titel als weltbeste Kaffee-Brauerin und sorgte damit über die Landesgrenzen hinaus für Schlagzeilen. Wir waren in einem der beiden MAME-Cafés zu Besuch und konnten einen kurzen Blick in ihre persönliche Welt des Kaffees erhaschen. Auch wenn der Weltmeistertitel ihr Leben zur Zeit stark prägt, war er für einen Moment nebensächlich. Vielmehr durften wir erfahren, wie alles begonnen hat und wohin die Reise noch gehen wird.

Für viele Menschen ist der morgendliche Kaffee ein unverzichtbarer Wachmacher. Andere geniessen nicht nur den Koffeinkick, sondern gönnen sich einen kräftigen Espresso oder Cappuccino in geselliger Runde. Kaffee ist Kaffee, werden sich wiederum manche denken. Für Emi und Mathieu Theis, Lebens- und Geschäftspartner, änderte sich das auch erst vor rund fünf Jahren. Während Emi nach einer Erklärung suchte, warum Kaffees in verschiedenen Cafés unterschiedlich schmecken, öffnete bei Mathieu eine profane Diät seine Augen bzw. die damit sensibilisierten Geschmacksknospen. Kaffee war von jenem Moment an nicht mehr einfach «nur» Kaffee.

«Beim Spezialitätenkaffee ist es wie beim Wein, Käse oder der Welt des Biers. Es müssen viele Faktoren stimmen, um der Bohne die verschiedenen Geschmacksrichtungen und -noten zu entlocken», vergleicht Emi die Kunst des Kaffeemachens mit anderen Zünften.

Vom Waschsalon zum Go-to-Café

Anfang 2016 machte sie sich mit Mathieu auf die Suche nach einem passenden Ort, wo sie sich ihrer gemeinsamen Leidenschaft hingeben konnten – und fanden sich in einem ausgedienten Waschlokal an der Zürcher Josefstrasse wieder. Bis die entsprechenden Bewilligungen vorlagen, bauten sie das Lokal sanft um nutzten es für Seminare, Kaffee-Tastings und fürs eigene Training. Auf die Bewilligung folgten 2017 die Eröffnung und damit die ersten zahlenden Kunden, eine stabile Kassenlösung , weitere Meisterschaftstitel und letztes Jahr bereits eine weitere Filiale im Seefeld.

Von der Schweiz in die weite Welt…

Seit dem Titelgewinn in Brasilien erhält Emi zahlreiche Anfragen aus aller Welt, ihr Wissen und ihre Expertise zu teilen. Den Einladungen folgt sie gerade fleissig und bereist so die ganze Welt, ob Südamerika, China oder gerade sonstwo in Asien. Rund um Messen oder im Rahmen von regionalen Meisterschaften teilt sie ihr Wissen in Seminaren oder im direkten Austausch mit anderen Baristas.

So trägt sie Ihr Wissen in die weite Welt hinaus: «Der Dialog und die Begegnungen in aller Welt sind eine riesige Bereicherung für mich. Ich lerne neue Kaffees, Menschen und frische Perspektiven kennen. Es ist ein stetiger, nie enden wollender Lernprozess, der mich immer wieder neu fasziniert.»

...und «Back to the Roots»

Auf den aktuellen Reisen nach Asien kommt die gebürtige Japanerin nicht nur mit ihren eigenen Wurzeln in Berührung. Sie freut sich auch darauf, wenn diese intensive Zeit wieder abebbt und sich der Fokus zurück in die beschauliche Schweiz legt. Nach dem zweiten folgt nämlich schon bald ein dritter Standort. An diesem wird zwar genauso dem Kaffee gefrönt jedoch nicht in der Tasse serviert. Die beiden richten eine eigene Kaffee-Spezialitäten-Rösterei ein und beginnen damit ein weiteres Kapitel in der Geschichte von MAME. Wie Emi bereits treffend gesagt hat: «Ein nie enden wollender Lernprozess». Diesen beobachten wir mit Freude und Spannung und wünschen weiterhin gutes Gelingen.

Emi-Fukahori_Mame

Emi Fokahuri , Mame

"Die Kasse muss einfach funktionieren - 7 Tage die Woche."