Auf Wiedersehen Chip und PIN, hallo kontaktlos

Auf Wiedersehen Chip und PIN, hallo kontaktlos

 

Kontaktlos ist eine bei Unternehmen und Verbrauchern gleichermassen beliebte Zahlungsoption. Durch die bei kontaktlosen Zahlungen wegfallende PIN-Eingabe reduziert sich der Bezahlvorgang auf das einfache Vorhalten der Karte am Terminal.

 

Beliebt sind kontaktlose Zahlungen bei Verbrauchern vor allem wegen der Benutzerfreundlichkeit. In den Niederlanden findet laut GlobalData fast die Hälfte der Benutzer (46 Prozent) kontaktloses Bezahlen praktisch. Tatsächlich bezahlen 61 Prozent der niederländischen Verbraucher entweder bereits kontaktlos oder möchten eine kontaktlosfähige Karte.

 

Die Near Field Communication (NFC), die kontaktlose Zahlungen ermöglicht, steht allerdings noch am Anfang. In den nächsten Jahren wird die Weiterentwicklung der NFC-Technologie den Unternehmen die Möglichkeit bieten, ihr Potenzial voll auszuschöpfen. Aktuell entwickeln sich mobile Wallets dank der kontaktlosen NFC-Technologie eher zu einer Art mobilem Organizer.

 

“Die Starbucks-App gehörte jahrelang zu den beliebtesten Apps, weil man damit vom Smartphone aus, bezahlen konnte, was den Kaffeekauf zu einer ziemlich schnellen Angelegenheit macht“, so Van Mastrigt. „Jetzt sehen wir, wie Apple Pay aufgrund seiner Vielseitigkeit immer beliebter wird.”

 

Als weiteres Beispiel lässt sich Cash Passport anführen, die internationale Prepaid-Karte von Mastercard. Eine neue Partnerschaft zwischen Mastercard und Apple bietet Nutzern die Möglichkeit, diese Karte in einem Apple-Pay-Account zu speichern und über Apple Pay zu verwenden.

 

Vorteile für die Nutzer:

  • Sie haben als zusätzliche Sicherheitsmassnahme ihr wichtigstes Zahlungsmittel an zwei Orten hinterlegt (in Kartenform und digital), was besonders auf Reisen nützlich ist.
  • Sie müssen ihre Karte zum Bezahlen nicht aus der Hand geben, wodurch sie den Blick auf ihre Kontonummer freigeben würden.
  • Sie können den Betrag auf der Karte nahtlos und von unterwegs aus managen – wie es jeder von uns im Urlaub tun muss.

 

 

“Die Starbucks-App gehörte jahrelang zu den beliebtesten Apps, weil man damit vom Smartphone aus bezahlen konnte, was den Kaffeekauf zu einer ziemlich schnellen Angelegenheit macht.”

Cornel van Mastrigt

Strategie- und Innovationsberater bei CCV

 

 

Was wird die Zukunft bringen?

 

Da für kontaktloses Bezahlen die bestehende Karteninfrastruktur genutzt wird, können Unternehmen diese mobilen Lösungen ohne grossen Aufwand anbieten.

 

Der ÖPNV in London ist bekannt für seine Oyster Card: eine Chipkarte, die (wie in vielen anderen ÖPNV-Systemen in Europa) von den Fahrgästen beliebig aufgeladen und als „Fahrkarte“ für verschiedene Transportmittel verwendet werden kann. Dank kontaktloser Technologie können sie nun auch mit einer Debit- oder Kreditkarte in Bussen und Strassenbahnen ein- und auschecken – und das am selben Lesegerät wie die Oyster Card.

 

Indem die Oyster Card nicht länger verpflichtend ist, hat Transport for London nicht nur die Bezahlung für seine Fahrgäste stark vereinfacht, sondern auch die letzte verbleibende Hürde für die Nutzung des Systems beseitigt. Hat ein Kunde keine Oyster Card oder ist er sich nicht sicher, ob für den Fahrpreis noch genügend Saldo auf der Karte ist, kann er stattdessen einfach mit seiner Kreditkarte einchecken.

 

Kontaktloses Bezahlen macht es dem Kunden einfacher. Dadurch könnte sich die Kundenerfahrung bei manchen Händlern oder Dienstleistern radikal verändern. Um sich diesem Trend anzuschliessen, sollten Unternehmen die verschiedenen Möglichkeiten zur Integration kontaktloser Zahlungen in ihre Ladenkonzepte in Erwägung ziehen. Ein Tipp: Das Bezahlterminal muss nicht immer in der Nähe der Kasse sein.