CCV: Seit 30 Jahren Pionier

Das Bezahlen mit Karte ist heute eine Selbstverständlichkeit. Doch noch vor drei Jahrzehnten waren Kartenterminals pure Science Fiction. CCV Schweiz war beim Kartenboom von Anfang an mitbeteiligt.

 

Wer früher in der Schweiz mit der Karte bezahlte, gehörte wahrlich zu den Exoten – nur gerade 6,4% aller Transaktionen erfolgten 1990 per Kredit- oder Debitkarte1. Der Bezahlvorgang war zudem aufwändig und involvierte einen sogenannten Imprinter, der die Kartenangaben auf den Beleg und zwei Durchschläge druckte («ritsch-ratsch», Sie erinnern sich?). Dabei gab es mit dem in den Siebzigerjahren eingeführten Magnetstreifen bereits eine Möglichkeit, Kartenzahlungen per Kartenlesegerät elektronisch zu erfassen. Aber erst ein gutes Jahrzehnt später, ab Juni 1988, war die Terminal-Technologie auch in der Schweiz verfügbar.

 

Ein «Beizer» als Schweizer Kartenterminal-Pionier

Der erste, der in der Westschweiz ein Kartenterminal in Betrieb nimmt, ist Roger Fillistorf, Restaurateur im Buffet de la Gare in Céligny bei Genf. Er ist von seinem neuen Gerät derart begeistert, dass er auch andere davon überzeugen will. Seine von ihm 1990 mitgegründetete Firma Jeronimo SA wird zum Pionier: Als eine der ersten Anbieterinnen vermarktet sie ein Kartenterminal. Das legendäre C-ZAM 2000 vermag praktisch alle Karten zu lesen, verfügt über einen eingebauten Thermodrucker und bleibt während Jahren eines der beliebtesten Terminals der Schweiz. Jeronimo ist ein familiärer Kleinbetrieb, der mit dem Markt mitwächst: 1994 werden bereits fünf Mitarbeiter beschäftigt, zwei Jahre später muss die Bürofläche am neuen Standort in Bogis-Bossey (VD) abermals verdoppelt werden.

 

Die Welt wird immer digitaler – und mit ihr die Schweiz

Mit dem World Wide Web wird die Welt erst so richtig in das neue digitale Zeitalter katapultiert – auch hier ist die Jeronimo SA eine Pionierin, sie lanciert 1996 eine der ersten hundert Websites der Schweiz (zum Vergleich: Heute gibt es 2,3 Millionen Websites mit .ch Domainadresse). Pionierhaft geht es weiter: 1999 präsentiert Jeronimo das P 2000, das erste mobile Kartenterminal der Schweiz, das für viele Jahre die Nummer eins bleiben sollte. Gewaltiges hatte sich mittlerweile auf dem nun dutzendfach grösseren Markt bewegt, neben vielen zusätzlichen Kartennutzern sind auch neue Anbieter hinzugekommen, natürlich auch solche aus dem Ausland. Wie die niederländische CCV, ebenfalls ein Familienunternehmen, das 2001 in Glattbrugg mit der CCV Cardpay AG eine Schweizer Niederlassung eröffnet.

 

Ein gesamtschweizerisch ausgerichtetes Unternehmen entsteht

Da die Jeronimo SA in der Romandie stark ist, kann sie einen Partner in der Deutschschweiz gut gebrauchen, während CCV nach einem Standbein in der Westschweiz Ausschau hält. Eine ideale Hochzeit bahnt sich also an. Im Jahr 2003 ist es soweit: CCV erwirbt eine Mehrheitsbeteiligung an der Jeronimo SA, diese wiederum übernimmt die CCV-Cardpay AG in Glattbrugg – damit entsteht eine nationale Gesellschaft, abgerundet durch die ein Jahr später erfolgte Gründung der Niederlassung in Manno TI. Gemeinsam ist man nun die Nummer 2 auf dem Schweizer Markt. Weitere Pioniertaten folgen, so steigt CCV-Jeronimo 2006 in das E-Commerce Business ein, lanciert kurz darauf das erste Multimedia-Terminal mit Touch-Screen in der Schweiz sowie das erste kontaktlose Zahlungsterminal.

2008 lanciert CCV-Jeronimo die Geschenkkarte und wird zur 100-prozentigen Tochtergesellschaft der CCV.  Die bisherigen Bezeichnungen CCV-Cardpay und CCV-Jeronimo entfallen, nunmehr heisst die Firma CCV Schweiz AG.  Drei Jahre später übernimmt CCV Schweiz AG die PaySys AG und integriert deren Geschäft. Heute ist die CCV Schweiz die Nummer 1 der Acquirer-unabhängigen Anbieter.

 

Pionier auch in Zukunft

Über 500 000 installierte Terminals in ganz Europa, davon rund 40 000 in der Schweiz, sind deutliche Erfolgslorbeeren – auf denen das Unternehmen nicht sitzenbleibt: Auch in Zukunft wird es zu den Pionieren auf dem Gebiet der elektronischen Transaktionen gehören. Schliesslich entwickeln über 80 Spezialisten eigene Softwarelösungen, um auf die länderspezifischen Marktanforderungen eingehen zu können.  Ebenso wichtig ist die Nähe zu Kunden: Über dreissig Techniker und Kundenbetreuer sorgen dafür, dass kaum ein Wunsch unerfüllt bleibt.

 

Die Volkswirtschaft», 25. Juli 2017