Unsichtbare Zahlungen: Das Nonplusultra

Bei jeder Zahlungsart, ob bar, mit Karte, mobil oder per Wearable, spielt der Faktor Identität eine Rolle. Was Barzahlungen anbetrifft, so interagiert ein Kunde direkt mit einem Mitarbeiter. Bei Kartenzahlungen legt der Nutzer die Karte auf das Lesegerät oder steckt sie in das Lesegerät und gibt die PIN ein. Selbst bei mobilen Wallets muss der Nutzer immer noch sein Smartphone hervorholen und auflegen.

 

Bei unsichtbaren Zahlungen wird die Identität vom Kauf getrennt, sodass Nutzer in den Genuss einer unbegrenzten, reibungslosen Zahlungserfahrung kommen.

 

„Amazon Go ist ein sehr gutes Beispiel dafür. Man geht in den Laden und scannt den QR-Code, dann nimmt man sich seine Artikel und geht wieder“, erklärt Van Mastrigt. „Die Identifizierung läuft über den QR-Code beim Einchecken am Anfang. Man bezahlt erst später für seine Artikel und die beiden Aspekte sind physisch voneinander getrennt.“

 

Dieser Trend führt zu einer effektiveren Personalisierung. Dies schafft bei Unternehmen ein besseres Verständnis für die Gewohnheiten der Kunden, da die Identität am Anfang der Transaktion verifiziert wird, anstatt am Ende. Letztendlich können Unternehmen damit ihre Dienstleistungen verbessern.

 


Unsichtbare Zahlungen sind bereits im Spiel

 

Essenslieferungen, Car Sharing und Taxidienste sind gute Beispiele für Bereiche, in denen unsichtbare Zahlungen bereits zum Einsatz kommen. Indem schlicht personenbezogene und finanzielle Daten auf einer App gespeichert werden, können Nutzer sich ein Taxi bestellen, sich am Ziel absetzen lassen und gehen – im Wissen, dass die Kosten für die Dienstleistung bequem abgebucht werden.

 

Diese Methode – oft als „Uberisierung“ des Bezahlens bezeichnet – basiert auf einer integrierten, vertrauensbasierten Identitätsprüfung als ersten Schritt im Zahlungsvorgang. Die anschliessende Abbuchung des Endbetrags ist dann für die Kundenerfahrung kaum noch von Bedeutung.

 

Zwei Branchen sorgen für die steigende Beliebtheit unsichtbarer Zahlungen:

 

» Marketing

Die Personalisierung nach Zahlungsart macht es Marketingabteilungen leichter, die Kundenerfahrung für ihre Produkte oder Dienstleistungen zu erklären und wertvolle Daten zum Ausgabeverhalten zu sammeln.

 

» Technologie

Diese Unternehmen verfügen über die Möglichkeit, diese Zahlungsart einzuführen, und setzen sich dafür ein, weil sie sich positiv auf den Umsatz und die Kundenerfahrung auswirken kann.

 

Möglicherweise fragen Kunden nicht selbst nach dieser Zahlungsart. Sie wissen, dass sie existiert, jedoch nicht, welche Möglichkeiten sie bietet. Da sie aber einfach, schnell und sicher ist, wird sie bei den Kunden wohl schnell Anklang finden, sobald sie in verschiedenen Branchen eingeführt wird. Die Botschaft an die Unternehmen lautet: Abwarten und Nutzerverhalten und Markt genau beobachten.

 


Ist Ihr Unternehmen für die Zukunft gewappnet?

 

Die Zahlungslandschaft von heute ist völlig anders als noch vor zehn Jahren – und hat keinerlei Ähnlichkeit mehr mit den Zeiten, als Kundennamen noch ins Geschäftsbuch eingetragen und Beträge erst später abgerechnet wurden.

 

Im Laufe des kommenden Jahrzehnts stehen die Unternehmen in der Pflicht, die steigende Nachfrage nach einer breiten Auswahl an Zahlungsoptionen zu erfüllen. Manche davon integrieren die bestehende Infrastruktur, wodurch neu aufkeimende Trends problemlos berücksichtigt werden können.

 

 

“Die Zukunft für Verbraucher sieht blendend aus: Bei allen Aktivitäten, an denen sie teilnehmen, wird die Zahlung wieder in den Hintergrund rücken.”

 

Andere erfordern eher strategisch geprägte Investitionen in Kapazitäten, die sich jedoch oft in Form von höheren Umsätzen und verbesserten Kundenerfahrungen auszahlen.

 

Mit kontaktlosen Karten und Amazon Go ist das Ziel schon in Sichtweite und letztendlich wird die „Uberisierung“ des Bezahlens sie tatsächlich unsichtbar machen. Irgendwann wird das Bezahlen kaum noch der Rede wert sein. Die Zukunft für Verbraucher sieht blendend aus: Bei allen Aktivitäten, an denen sie teilnehmen, wird die Zahlung wieder in den Hintergrund rücken.

 

All das hängt jedoch davon ab, ob die Unternehmen mit den Veränderungen in der Zahlungswelt Schritt halten können.