Hallo 5552: EV-Charging erhält eigenen Merchant Category Code

Das Laden von Elektrofahrzeugen (EV) ist noch ein relativ junger Markt – aber mit einem enormen Wachstumspotenzial. Dieses Potenzial wurde auch von Visa und Mastercard erkannt und dies mit dem Beschluss untermauert, dass das Laden von Elektrofahrzeugen einen eigenen spezifischen Händler-Kategorie-Code (MCC) haben sollte.

Diese Nachricht ist eine wichtige Chance für die Branche – denn sie beweist, dass das Laden von Elektrofahrzeugen nicht nur an Zugkraft gewinnt, sondern auch seine eigenen Besonderheiten und Merkmale hat, die eine Unterscheidung von anderen verwandten Kategorien wie Zapfsäulen und Parkuhren rechtfertigen.

In diesem Blogbeitrag erklären wir, was diese Änderung für Sie und Ihre Kunden bedeutet.

Was ist ein Händlerkategorie-Code?

Im Zahlungsverkehr hat jede Branche ihren eigenen Merchant Category Code (MCC). Der MCC wird verwendet, um ein Unternehmen nach den von ihm angebotenen Waren oder Dienstleistungen zu klassifizieren. Diese vierstelligen Codes werden entweder nach der Art des Händlers (z.B. gibt es einen MCC für Hotels, Bäckereien oder auch Schuhgeschäfte) oder nach dem Namen des Händlers (Fluggesellschaften erhalten in der Regel ihren eigenen spezifischen MCC; die niederländische Fluglinie KLM hat z.B. MCC 3010) vergeben.

Ein Händler erhält eine MCC von einem Acquirer, sobald er beginnt, Kreditkarten als Zahlungsmittel zu akzeptieren.

Wozu werden MCCs verwendet?

Diese Codes können zur Bestimmung von Gebühren, zur Berechnung von Cashback- oder Belohnungspunkten für Ausgaben in bestimmten Kategorien, für Steuerzwecke oder zur Festlegung der Regeln und Einschränkungen für Kartentransaktionen verwendet werden. Es ist dieser letzte Anwendungsfall, der die Anfangszeit der Zahlungen im EV-Charging Bereich so herausfordernd machte.

Eine kurze Geschichte des MCC für EV-Charging

Als einer der ersten Anbieter von Zahlungslösungen für den EV-Markt arbeiten wir seit 2015 eng mit Visa und Mastercard zusammen. Damals erlaubten sie den Händlern, den MCC für unbedientes Bezahlen im (konventionellen) Tankprozess zu verwenden, da es dem Ladeverhalten von EV ähnlich war.

Später erfuhren wir, dass dies mit Einschränkungen in Bezug auf Genehmigungen und Ausgabenbegrenzungen verbunden war. Es gelang uns, einen Wechsel der MCC von unbedientem Tanken zu dem Segment „Parken“ zu begleiten, der die Vorteile einer Vorautorisierung für 24 Stunden bot und die Beschränkungen für kontaktlose Zahlungen aufhob.

Und jetzt freuen wir uns, dass die „EV-Charging“ Branche eine eigenen MCC erhält – doch mit dieser Änderung kommt auch ein eigenes Regelwerk mit eigenen Regeln und Einschränkungen.

Derselbe Code. Unterschiedliche Regeln. 

Sowohl Mastercard als auch Visa haben sich auf die gleiche MCC-Nummer (5552) geeinigt, jedoch mit einer leicht unterschiedlichen Auslegung der Regeln.

Mastercard

Mit Wirkung zum 17. Juli 2020 wird Mastercard MCC 5552 für Transaktionen im Zusammenhang mit dem Aufladen von Elektrofahrzeugen aller Art unterstützen.

In Übereinstimmung mit der Verordnung der Revidierten Zahlungsdiensterichtlinie (PSD2) muss der Betreiber den EV-Fahrer im Voraus über den geschätzten Betrag informieren, der auf dem Konto des Karteninhabers reserviert wird.

Der Karteninhaber muss seine Zustimmung zu diesem Betrag geben, bevor das Verfahren fortgesetzt und eine Vorautorisierung eingeleitet werden kann.

Um dies dem Kunden zu verdeutlichen, empfehlen wir, einen Hinweis auf dem Bildschirm oder einen Aufkleber auf dem Terminal anzubringen.

Visa

Bereits seit 18. Oktober 2019 geltend, unterstützt auch Visa den MCC 5552 für Transaktionen im Zusammenhang mit EV-Gebühren. Und wie Mastercard erlaubt auch Visa:

  • Kontaktlose Lösungen;
  • Vorab-Autorisierung;
  • Und eine  inkrementelle Autorisierung.

Visa fordert die Betreiber jedoch auf, auch eine Ausweichlösung für Karteninhaber anzubieten, die keine kontaktlosen Karten haben. Dies könnte eine App, eine Website, ein QR-Code oder eine Telefonnummer sein, unter der der Kunde trotzdem eine Transaktion durchführen kann.

Hinweis: Es gibt eine Ausnahme für die Verwendung von MCC 5552; wenn das Hauptgeschäft des Händlers der Betrieb eines Parkhauses oder eines Parkplatzes mit zusätzlichen EV-Diensten ist: In diesem Fall kann der Händler die EV-Ladetransaktionen mit MCC 7523 (Autoparkplätze und Garagen) identifizieren.

Parken ist in PSD2 eine Ausnahme, d.h. SCA-Grenzwerte gelten nicht und auch ein Chip/Magnet kann ohne SCA weiterhin verwendet werden. Dies steht im Gegensatz zum neuen EV-Charging MCC 5552, für das in PSD2 keine Ausnahmeregelung gilt.

 CCV-Empfehlungen: Was sollten Sie jetzt tun?

Mit der Einführung des neuen MCC-Codes treten die Regeln für die starke Kundenautorisierung (Strong Customer Authorization, SCA) gemäß PSD2 für EV-Charging in Kraft.

Das bedeutet, dass zwar bestehende reine Kontaktloslösungen nach wie vor eingesetzt werden können, aber dennoch die Möglichkeit besteht, dass ein Kunde zur Eingabe seiner PIN aufgefordert wird, weil eine der beiden nachfolgenden Vorfälle für ihn gelten:

  • Er hat den kumulativen Betrag von 150 Euro in kontaktlosen Transaktionen erreicht
  • Oder er hat 5 kontaktlose Transaktionen hintereinander durchgeführt, ohne die PIN einzugeben.

In diesem Szenario muss der Kunde entweder eine neue Karte vorlegen oder eine mobile Zahlungslösung verwenden, um die SCA-Anforderung zu erfüllen und seine Transaktion abzuschließen.

Da es für EV-Ladestationen effizienter ist, PIN-Pads wegzulassen, könnte dies dazu führen, dass Transaktionen abgelehnt werden, wenn die PIN-Eingabe erforderlich ist.

Um dieses Problem zu lösen, empfehlen wir Folgendes:

  • Holen Sie sich ein brandneues und revolutionäres CCV IM30 Bezahlterminal
  • Fügen Sie dem vorhandenen Terminal ein separates PIN-Pad hinzu, um die PIN-Eingabe zu erleichtern; z.B. unser beliebtes, seit vielen Jahren im Markt eingesetztes CCV OPP-C60;
  • Implementieren Sie QR-Code-Zahlungen;
  • Oder verwenden Sie Bildschirmmeldungen oder ergänzende Werbung, um Ihre Kunden dazu anzuregen, mit mobilen Zahlungslösungen wie Apple Pay oder Google Pay zu bezahlen. Diese Zahlungslösungen verfügen bereits über eine starke Authentifizierung (SCA), so dass sie nicht an die gleichen Einschränkungen wie kontaktlose Kartenzahlungen gebunden sind.

Key Takeaways

Die Einführung einer spezifischen MCC ist ein spannender Moment im Wachstum der EV-Charging Branche. Wir sind jetzt Zeuge eines jungen Marktes, der sich auf dem Weg zur Reife und Standardisierung befindet, was die Legitimität und Unterstützung von zwei der weltweit größten Zahlungsmarken mit sich bringt.

Gleichzeitig wird jedoch auch die Notwendigkeit hervorgehoben, dass die Betreiber von EV-Gebühren sich schnell an neue Regeln und Vorschriften in Bezug auf Zahlungen halten müssen.

Wenn Sie besprechen möchten, wie sich dieses neue MCC auf Sie auswirkt, kontaktieren Sie uns bitte.